Werden die anerkannten Schützenvereine im Ausland von der Schweiz im Stich gelassen?

Im September 2020 hat unser Präsident a. i., Nationalrat Jean-Luc Addor, obige Frage an den Bundesrat gestellt (www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/amtliches-bulletin/amtliches-bulletin-die-verhandlungen?SubjectId=50082).

Auslöser war der fragwürdige Entscheid des VBS, den Schützenvereinen der Auslandschweizer keine Ordonnanzmunition mehr zu liefern. Er wurde unter dem irreführenden Titel «Mehr Transparenz im Schiesswesen ausser Dienst» publiziert: www.admin.ch/…/medienmitteilungen.msg-id-77803…

Der Präsident eines betroffenen Vereins kommt zu einer gänzlich anderen Einschätzung als der Bundesrat. Das von der Regierung vorgebrachte finanzielle Argument ist nämlich nur ein Aspekt, denn für Auslandschweizer sind ihre Schützenvereine ein wichtiger Bezugspunkt zur Heimat. PROTELL ist der Meinung, dass die Pflege unseres Brauchtums schützenswert ist – besonders, wenn dies mit einem Aufwand zu bewerkstelligen ist, der im Vergleich zum Gesamtbudget des VBS extrem gering ausfällt.

Bemerkenswert ist, was der Verfasser des offenen Briefes, den wir nachfolgend gekürzt wiedergeben, zu den «Fragen der Sicherheit» zu sagen hat:

Sehr geehrte Frau Amherd,

Sehr geehrter Herr Maurer,

Das Ende der Auslandschweizer Schützenvereine (?)

Ende 2019 wurde ich von unserem damaligen General-Konsul in Cape Town gebeten, eine Umfrage betreffs der Sicherheit und Lagerung unserer Waffen und Munition zu beantworten. Ich konnte bestätigen, dass unsere Sicherheitsmassnahmen den sehr strikten südafrikanischen Sicherheitsvorschriften entsprechen und das Risiko, dass unsere Waffen und Munition abhandenkommen, minimal sind. Die Waffengesetze in Südafrika müssen streng befolgt werden, sonst verliert man das Recht auf Waffenbesitz.

Es scheint mir, dass es nur eine pro forma Umfrage war und der Beschluss schon im Voraus feststand, denn es wurde keinerlei Notiz von unseren Antworten genommen! Es wurde einfach pauschal festgestellt, dass es Sicherheitsrisiken bei den Schiessvereinen im Ausland gäbe. Allerdings sieht es aus, als ob das Risiko in der Schweiz höher ist als in Südafrika! Ich verweise auf die Berichte „dass im Herbst 2020 in der Schweiz (in den Kantonen Basel-Landschaft und Aargau) und im französischen Jura mindestens vier Überfälle auf Waffenfachgeschäfte stattfanden, den Berichten zufolge wurden dabei allein in der Schweiz mehr als 170 Schusswaffen sowie Munition erbeutet. Ein Waffengeschäft in Zwingen BL wurde gleich dreimal ausgeraubt.“ Vergleichsweise konnte ich nur drei südafrikanische Zeitungsberichte seit 2018 auftreiben, in denen gemeldet wurde, dass Waffengeschäfte beraubt wurden, in einem der Raubzüge wurden keine Waffen erbeutet!

Es muss erwähnt werden, dass unser Verein, wie wahrscheinlich mehrere andere, nicht nur ein purer Schützenverein ist, sondern auch Sammelpunkt für Auslandschweizer und an der Schweiz interessierte Personen. Bei uns hat man die Gelegenheit, sich mit anderen Schweizern zu treffen und Freundschafts- und Geschäftsbeziehungen anzuknüpfen und zu pflegen. Durch unseren Verein, und durch das Schiesswesen, haben wir viele Bewunderer und Freunde der Schweiz gewonnen.

Ich appelliere daher an Sie, Frau Bundesrätin Amherd, und an Sie, Herr Bundesrat Maurer, unsere Auslandschweizer Schützenvereine und uns Auslandschweizer Schützen nicht schmalen wirtschaftlichen Sparmassnahmen zu opfern, sondern sich unsere Anliegen zu Herzen zu nehmen!

Mit freundlichen Grüssen aus dem südlichen Afrika verbleibe ich hochachtungsvoll

Dierk Lüthi

President / Präsident

Swiss Rifle Club Cape Town